Warum die Europaschule "Am Gröpertor" auf enge Bindung an Unternehmen setzt Netz auswerfen für beiderseitigen Vorteil

Zum 1. Netzwerktreffen der Partner der Europaschule "Am Gröpertor" lud der Schulleiter nicht nur die aktuellen Kooperationspartner, sondern auch viele interessierte Unternehmen der Region ein...

„Wir wollen mehr!“ Diese Aussage stand als Motto über dem ersten Netzwerktreffen der Europaschule „Am Gröpertor“ in Halberstadt. Was dieses „mehr“ sein soll, stellte Schuldirektor Björn Ahlsleben vor Kurzem den seiner Einladung gefolgten Firmenvertretern vor.
Man wolle nicht nur miteinander ins Gespräch kommen, sagte Ahlsleben, sondern auch neue Wege beschreiten in Sachen Berufsorientierung. Deshalb war ein Gast des Treffens Sebastian Saul. Der betreibt eine Unternehmens- und Personalberatung in Niedersachsen. Die bietet zum einen Trainings für Schüler an, um sich besser im Informationswust zurechtzufinden, der in Sachen Berufsorientierung im Internet und Co. zu finden ist. Außerdem wurde eine App für Smartphones entwickelt, die Schülern und Firmen die Kontaktaufnahme erleichtern soll. Während die teilweise von den Arbeitsagenturen finanziell geförderten Angebote in Niedersachsen schon von rund 40 000 Schülern jährlich genutzt würden, sei Sachsen-Anhalt noch Neuland diesbezüglich, so Ahlsleben.
Dieses – mit vertretbaren Kosten für Schüler und Firmen – Konzept sprach vor allem die jüngeren Firmen- und Personalchefs an, die älteren waren eher skeptisch. „Mal sehen, ob wir dieses Angebot künftig nutzen, das ist noch nicht entschieden“, sagte Björn Ahlsleben nach dem Treffen, an dem neben den Kooperationspartnern der Schulen Vertreter von Befer, VIS, Teguma, Primed, Novoplast, Hydroweb und Harzer Verkehrsbetrieben teilnahmen. Einig hingegen waren sich alle, dass es wichtig ist, den direkten Kontakt zwischen Firmen und Schülern zu verbessern.
Die Gröpertor-Schule ist da schon seit Längerem sehr aktiv. So konnten mit den Halberstadtwerken, dem Cecilienstift Halberstadt, dem HKK-Hotel Wernigerode, Industriebau Wernigerode und der Halberstädter Firma Schmidgunst & Herrmann bereits Kooperationsverträge geschlossen werden. Die erleichtern den aktuell 460 Sekundarschülern die Suche nach einem Praktikumsplatz, wenn die Jugendlichen laut Lehrplan Praxisluft in Betrieben schnuppern sollen. Andererseits nutzen die Firmen die Kooperation, um sich und ihre Ausbildungsmöglichkeiten bekannter zu machen. Zudem nutze die Schule unter anderem die Angebote der AWZ gGmbH und eine eigene Berufsmesse, damit Schüler unterschiedlichste Berufsfelder kennenlernen. „Aber das reicht unserer Meinung nach nicht aus, um die Kinder bestmöglich bei der wichtigen Entscheidung der Berufswahl zu unterstützen“, sagt der Schuldirektor.
Auch der geplante Praxistag, der Bestandteil des Unterrichts werden soll, sei gut gedacht. „Aber da lernt ein Schüler im besten Fall in zwei Jahren vier Unternehmen kennen. Wir wollen mehr. Wir wollen eine Begegnung auf Augenhöhe von Schüler und Firma, wir wollen helfen, dass die Jugendlichen ihre Scheu überwinden, sich präsentieren, zeigen, was aus ihnen im Laufe der betrieblichen Ausbildung werden kann und dass die Firmen den Fachkräftenachwuchs finden, den sie brauchen. Dann ist beiden Seiten geholfen. Wir wollen fähige junge Leute aus der Schule entlassen, fertig sind sie dann aber noch nicht“, so Ahlsleben.
Zum Netzwerktreffen haben einige Schüler schon gezeigt, was sie können. So wurde der Imbiss komplett von Schülern vorbereitet, ein Büfett aufgebaut und serviert. Auch beim Empfang der Gäste waren Schüler aktiv. Sie machten das gut, sodass ihre Lehrer für Wirtschaft und Technik, Regine Werner und Jörg Wenske, sich im Hintergrund halten konnten.

von Volksstimme

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